Sie wurden mit Drogen am Steuer angetroffen?

Bei Drogen am Steuer können nun verschiedene Verfahren auf Sie zukommen. Zum einen ein Strafverfahren, wegen des Verstoßes gegen das Strafgesetzbuch und / oder das Betäubungsmittelgesetz.

Ein Bußgeldverfahren wegen des Verstoßes gegen das Straßenverkehrs- und Ordnungswidrigkeitengesetz.

Aber auch Ihre zuständige Führerscheinstelle ist an Ihrem Verhalten interessiert (es gilt grundsätzlich: Betäubungsmittelkonsumenten sind nicht zum Führen von Kraftfahrzeugen geeignet!) Diese Verfahren können aus Sie kumulativ also auch alternativ auf Sie zukommen.

Der Nachweis einer Cannabisbeeinflussung im Straßenverkehr erfolgt durch die Bestimmung von THC und dessen Abbauprodukten im Blut.

THC (Tetrahydrocannabiol) wird bei der Aufnahme durch Rauchen sehr schnell vom Blutkreislauf aufgenommen. Bereits wenige Minuten nach Beendigung der Inhalation erreicht der THC-Spiegel sein Maximum. Es entsteht zunächst das psychoaktive 11-Hydroxy-THC (im Befundbericht des toxikologischen Gutachten meist als „11-OH-THC THC Metabolit bezeichnet). Dieses wird zunächst in der Leber abgebaut. Durch Metabolismus (chemische Verstoffwechselung, Abbau) entsteht im weiteren Verlauf die inaktive THC-COOH (THC Carbonsäure). Dieser Abbauwert wird im Verwaltungsverfahren von der Behörde als Wert herangezogen, um einen gelegentlichen oder regelmäßigen Cannabiskonsum bei dem Betroffnen feststellen zu können.

Beachten Sie immer, dass der sichere Nachweis von THC im Blut den Tatbestand des § 24 a Abs. 2 StVG erfüllt.

Bei hohen THC-COOH Werten ist nicht von einem einmaligen Konsum auszugehen. Dies hat zur Folge, dass die Fahrerlaubnisbehörde Sie als gelegentlichen oder gar regelmäßigen Cannabiskonsumenten einstufen wird. Von dieser behördlichen Einstufung hängt das Schicksal Ihrer Fahrerlaubnis ab.

Beachten Sie, dass jeder, der Drogen (außer Cannabis) nimmt oder von ihnen abhängig ist, ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen ist!

Auch die Begehung von Straftaten, die im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr oder im Zusammenhang mit der Kraftfahreignung stehen, kann nach § 2 Abs. 4 StVG eine Ungeeignetheit zum Führen von Kraftfahrzeugen bedeuten.

In den meisten Fällen von Cannabis und Straßenverkehr wird die Fahrerlaubnis, bei einer Ungeeignetheit gem. Anlage 4 FeV, gem. § 46 Abs. 1 FeV entzogen.

Beachten Sie, dass bei der Konsumkombination von Cannabis und Alkohol grundsätzlich von der Nichteignung zum Führen eines Fahrzeugs auszugehen ist, was die Entziehung der Fahrerlaubnis zur Folge haben wird!

Grundsätzlich wird davon ausgegangen, das bereits der bloße Konsum von Stoffen, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen, zu der Annahme führt, dass der Betroffene den Anforderungen zum Führen von Kraftfahrzeugen nicht gerecht wird.

Wie kann ein Cannabiskonsum nachgewiesen werden?

  • Drogenschnelltest
  • Urintest
  • Bluttest
  • Reaktionstest (Indiz für eine Drogenfahrt)

Was ist ein Drogenschnelltest?

Bei Straßenverkehrskontrollen durch die Polizei wird bei Verdacht ein Drogenschnelltest zum Einsatz gebracht. Dadurch soll ein aktueller Konsum nachweisbar sein. Der Hersteller des Schnelltests „Drugwipe“ wirbt damit, dass bis 12 Stunden nach dem Konsum, dieser durch den Einsatz des Testes nachgewiesen werden kann.

Hervorzuheben ist, dass zuverlässige Drogenschnelltests derzeit der Polizei noch nicht zur Verfügung stehen. Letztendlich kann nur ein Bluttest endgültige Sicherheit bringen, ob und in welchem Umfang eine Drogenfahrt vorliegt.

Cannabis im Straßenverkehr

Cannabis kann auf viele Arten konsumiert werden. Haschisch oder Gras kann man rauchen (Joint, Wasserpfeife, Eimer) und essen (Spacecakes).

Bei einer Blutprobe wird Ihr Blut durch ein ärztliches Gutachten untersucht.  Folgende Wirkstoffe können durch eine Laboruntersuchung Aufschluss darüber geben, wann, wie oft und wie viel Sie Cannabisprodukte konsumiert haben:

Delta9-THC:

  • Delta9-THC wird oft als das „aktive THC“ in Ihrem Körper bezeichnet.
  • Delta9-THC lagert sich kurzfristig in Ihrem Körper ab, wenn Sie Cannabis konsumieren.
  • Es wirkt psychotrop

THC-OH:

  • THC-OH ist ein Abbauprodukt des THC.
  • Es ist kurze Zeit nach dem Konsum von Cannabisprodukten in Ihrem Körper auffindbar.
  • Es wirkt jedoch nicht psychotrop.

THC-COOH: (11-nor-?-9-tetrahydrocannabinol-9-Carboxylsäure):

  • Dies ist ein Endabbauprodukt, welches im Fettgewebe des Menschen längere Zeit ablagert und gespeichert wird.
  • Es wirkt jedoch nicht psychotrop.
  • Gehen Sie davon aus, dass der COOH.Wert sich wöchentlich halbiert, wenn kein neues THC hinzukommt, Sie also abstinent leben.

Mindestwerte des BGH (Bundesgerichtshof) für „nicht geringe Mengen:

Cannabis = 7,5g (Der durchschnittliche Wirkstoffgehalt von Cannabisprodukten liegt bei ca. 10 %) Das bedeutet z.B.: Dass 7,5g THC etwa 75g Marihuana sind.

Können Drogen durch einen Urin- und Bluttest nachgewiesen werden?

Der Urintest, welcher meist nach den ersten Indizien auf der Polizeiwache durchgeführt werden kann, ist die gängigste Form des Nachweises von Cannabiskonsum.

Der Bluttest gibt Aufschluss darüber, ob Sie in den letzten 6 – 12 Stunden Cannabis konsumiert haben. Blutteste, lassen daneben auch überprüfen, ob sich THC-Abbauprodukte in Ihrem Körper befinden, welches Rückschlüsse auf einen länger zurückliegenden Konsum bzw. Dauerkonsum schließen lassen.

Wie lang kann Cannabis im menschlichen Körper nachgewiesen werden?

Nach dem letzten Konsum sind Spuren des THC-Konsums noch zwischen zehn Tagen und drei Monaten nachweisbar. Dies hängt von der Genauigkeit des Testes und der Häufigkeit des Konsums ab. Letztendlich weisen die Testergebnisse nur nach, ob jemand in der letzen Zeit Cannabis konsumiert hat. Eine andere Frage ist, ob Sie, während Sie ein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr führten, unter Cannabiseinfluß standen.

Wie bekommt die Führerscheinstelle Kenntnis von meiner Drogenfahrt?

Die Polizei leitet, wenn Sie wegen eines Drogendelikts auffällig geworden sind, diese Information an die Führerscheinstelle beim zuständigen Straßenverkehrsamt weiter. Beachten Sie, dass dies nicht nur für den Fall des Cannabiskonsums am Steuer gilt. Auch wenn Sie außerhalb des Fahrzeugs in Besitz von Cannabis erwischt werden, wird die Information weitergeleitet. Cannabis hat dann zur Folge, dass Ihre Eignung für das Führen eines Kraftfahrzeugs grundsätzlich überprüft wird.

Wie werde ich bestraft, wenn ich mit Cannabis am Steuer erwischt werde?

Dies hängt primär davon ab, ob Sie bei der Drogenfahrt sogenannte Ausfallerscheinungen hatten. Diese liegen z.B. regelmäßig dann vor, wenn Sie Schlangenlinien fahren oder einen Unfall bauen. Regelmäßig wird die Polizei deshalb Reaktionstests mit Ihnen auf der Wache durchführen und überprüfen, ob Sie Ausfallerscheinungen haben.

Es wurden bei der Drogenfahrt Ausfallerscheinungen festgestellt. Wie werde ich bestraft?

Die Fahrt unter Einfluss von Cannabis ist danach eine Straftat nach § 315c bzw. 316 Strafgesetzbuch (StGB).

  • Geldstrafe bis 360 Tagessätze
  • Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren
  • Führerscheinentzug
  • Regelmäßiges Drogenscreening
  • MPU