Sexuelle Belästigung, § 184 i StGB

Vorladung, Strafbefehl, Anklageschrift – bundesweite Strafverteidigung

Wann ist eine sexuelle Belästigung strafbar?

Eine sexuelle Belästigung begeht, wer eine andere Person in sexuell bestimmter Weise körperlich berührt und dadurch belästigt.

Hintergrund:

Der Paragraph wurde infolge der Silvesterereignisse rund um den Kölner Hauptbahnhof im Rahmen der sogenannten „Nein heißt Nein“-Kampagne eingeführt.

Wie wird eine sexuelle Belästigung bestraft?

Der Strafrahmen beträgt – je nach Einzelfall – Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahre oder Geldstrafe. In besonders schweren Fällen, insbesondere bei einer gemeinschaftlichen Tatbegehung, kann Freiheitsstrafe von 3 Monaten bis zu 5 Jahren verhängt werden.

Wann scheidet eine Strafbarkeit aus?

Eine Strafbarkeit scheidet insbesondere dann aus, wenn eine wirksame Einwilligung oder keine Belästigung des Opfers vorliegt.

Wann wird die Tat verfolgt?

Bei der sexuellen Belästigung handelt es sich um ein sogenanntes relatives Antragsdelikt. Das bedeutet, dass die Tat nur verfolgt und bestraft wird, wenn das Opfer einen Strafantrag stellt oder die Staatsanwaltschaft wegen eines besonderen öffentlichen Verfolgungsinteresses ein Einschreiten für geboten hält.

Ist das sogenannte „Grabschen“ eine sexuelle Belästigung?

Ja, das plötzliche „Grabschen“ wird erfasst. Der empfindlichere § 177 Abs. 2 Nr. 3 StGB geht jedoch vor, wenn es sich bei der Handlung um eine sexuelle, d.h. um eine solche von einiger Erheblichkeit, handelt.